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Drittmittelprojekte |
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I. „Referenzrahmen des Krieges. Wahrnehmungen und Deutungen von Soldaten der Achsenmächte, 1939-1945"
| Laufzeit: | Oktober 2007 - September 2012 |
| Bewilligte Mittel: | 370.000,-- Euro |
| Drittmittelgeber: | Gerda Henkel-Stiftung; Fritz Thyssen-Stiftung |
| Projektmitarbeiter: |
Dr. Christian Gudehus, Essen; Dr. Amedeo Osti Guerrazzi, Rom; Dr. Felix Römer, Mainz; Dr. Michaela Christ, Essen; Sebastian Groß, M.A., Mainz; Tobias Seidl, M.A., Mainz sowie zehn Magisterkandidaten (Mainz, Bern) und 14 studentische Hilfskräfte (Mainz) |
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Das von Prof. Dr. Sönke Neitzel und dem Essener Sozialpsychologen Prof. Dr. Harald Welzer in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut in Rom und in Kooperation mit dem Institut für Zeitgeschichte geleitete Projekt rekonstruiert erstmals umfassend, wie deutsche und italienische Soldaten den Krieg wahrgenommen haben, als er geschah, indem es einen von der Forschung noch nicht genutzten Quellenkorpus auswertet: Zum einen handelt es sich um Abhörprotokolle von Gesprächen deutscher und italienischer Kriegsgefangener in britischem Gewahrsam, die in den Jahren 1940 bis 1943/45 entstanden sind. Dieser ungeheuer facettenreiche, rund 50.000 Seiten umfassende Bestand wird mit dem interdisziplinären Ansatz der Referenzrahmenanalyse erschlossen und ausgewertet. Zum anderen werden Abhörprotokolle von Gesprächen deutscher Kriegsgefangener in amerikanischem Gewahrsam, die in den Jahren 1942 bis 1945 entstanden sind, ausgewertet. Dieser Bestand umfasst über 2.400 Aktenvorgänge mit insgesamt etwa 25.000 Seiten und lagert in den Washingtoner National Archives. Dieses reichhaltige Material wird von Dr. Felix Römer, Mainz zur Zeit in einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt in Washington zunächst lückenlos erschlossen, bevor auch diese Quellen in einem zweiten Schritt mit dem Ansatz der Referenzrahmenanalyse, einer besonders fruchtbaren Methode an der Schnittstelle zwischen Zeitgeschichtsforschung und Sozialpsychologie, ausgewertet werden. Darüber hinaus eröffnet das amerikanische Abhörmaterial die einmalige Möglichkeit, die Wahrnehmungsmuster der abgehörten deutschen Kriegsgefangenen mit ihrem soziographischen Profil in Verbindung zu bringen, da der Quellenbestand zu jedem der abgehörten Soldaten ein Formblatt mit personenbezogenen Daten bereithält. Auf diesem Wege soll rekonstruiert werden, wie die Angehörigen der Wehrmacht zeitgenössische Situationen während des Zweiten Weltkrieges wahrgenommen und gedeutet haben, was nicht zuletzt dazu dient, ihr Entscheidungsverhalten zu ergründen. Das Wissen um die Wahrnehmung der totalitären politischen Systeme in Deutschland und Italien, der Kriegsverbrechen, der Binnenstrukturen der Armeen, der Kriegsgegner, aber auch des erwarteten bzw. befürchteten Kriegsverlaufs und der Nachkriegsfolgen kann anhand dieser Quellen ganz erheblich erweitert werden. Damit erhält die Forschung einen vertieften Einblick in die Art und Weise, wie Menschen Extremerfahrungen von Krieg und Diktatur wahrnehmen und interpretieren - und dies in international vergleichender Perspektive. Das Projekt wird damit einen entscheidenden Beitrag zur Mentalitätsgeschichte des Zweiten Weltkriegs liefern.
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II. „Die Erinnerung an das Dritte Reich im Spiegel von TV-Zeitzeugeninterviews"
| Laufzeit: | August 2005 - August 2008 |
| Bewilligte Mittel: | 57.000,-- Euro |
| Drittmittelgeber: | Gerda Henkel-Stiftung |
| Projektmitarbeiter: | Marc Philipp, M.A., vier wissenschaftliche Hilfskräfte |
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Das Projekt erschließt 1.305 zwischen 1995 und 2004 von der ZDF-Redaktion Zeitgeschichte im Zuge zahlreicher Fernsehdokumentationen erstellte Zeitzeugeninterviews. Das Datenmaterial wird quantitativ und qualitativ ausgewertet und so die Erinnerungen dieser Personengruppe an das „Dritte Reich" systematisch erforscht. |
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